Aus dem Buch: König der Barmherzigkeit, mit freundlicher Genehmigung des Autors, Dr. h.c. Michael Hesemann

„Manuela S., die Seherin von Severnich, überzeugt durch ihre Bodenständigkeit und Klarheit. Sie ist alles andere als ein religiöser Schwarmgeist, keine abgehobene Hysterikerin, sondern eine Frau, die, wie man so schön sagt, „mit beiden Beinen im Leben steht“. Alles Weltfremde, Gekünstelte, jede eitle Selbstgerechtigkeit und jeder Personenkult sind ihr fremd. Mag es auch in katholischen Kreisen „christliche Pharisäer“ geben, die eine oberflächliche Schaufrömmigkeit praktizieren oder als Schein-Heilige agieren, sie ist nichts davon. Ihre Lebenstauglichkeit und ihr gesunder Realismus spiegeln sich schon in ihrer Vita wider. […]

Um 1998 schenkte ihr jemand ein Bild der Schwarzen Madonna von Maria Einsiedeln. Einsiedeln ist der wichtigste Wallfahrtsort der Schweiz. Es geht auf den Benediktiner Meinrad vom Kloster auf der Insel Reichenau zurück, der sich 828 als Einsiedler in einen finsteren Wald südlich des Etzelpasses im (heutigen) Kanton Schwyz zurückzog. Er spendete zahlreichen Menschen Trost und geistlichen Beistand, bevor er von Landstreichern ermordet wurde. Seine Mitbrüder bestatteten seinen Leichnam in Reichenau, sein Herz aber wurde bei seiner Einsiedelei bestattet. Später siedelten sich weitere Einsiedler im Umfeld seiner Klause an, woraus schließlich 934 ein Kloster entstand, das Kaiser Otto I. 947 reich beschenkte. Schon damals wurde es der Gottesmutter und dem heiligen Mauritius, der auch Reichsheiliger war, geweiht. Am 14. September 948 soll Christus in Begleitung von Heiligen und Engeln die Kapelle an der Stelle der Meinradszelle geweiht haben. Seit dem Mittelalter sind aber auch Marienwallfahrten nach Einsiedeln bezeugt. Ein bei einem Brand 1465 zerstörtes frühromanisches Gnadenbild wurde durch eine Nachbildung der Schwarzen Madonna von Loreto ersetzt, die seitdem als „Schwarze Gottesmutter von Einsiedeln“ zahlreiche Wunder wirkte. Ein Foto dieser Statue, besagtes Bild, war es, das etwas in Manuela S. bewegte. Fortan verrichtete sie vor ihm ihre täglichen Gebete, meist ein Vaterunser und ein Ave Maria. Den Rosenkranz kannte sie damals nur vom Hörensagen. „Ich wusste garnicht, wie der geht“, erklärte sie mir mit entwaffnender Ehrlichkeit: „Ich muss zu meiner Schande gestehen, ich habe ihn nie beigebracht bekommen.“ Es sollte nicht lange dauern, dann ging sie beim Himmel in die Schule.“

„Inmitten dieses Heiligen Jahres 2000, am Vorabend der „Aachener Heiligtumsfahrt“, die vom 9.-18. Juni stattfand, als sie gerade 33 Jahre alt war, empfing Manuela S. ihre prophetische Berufung. Sie erinnert sich:

Die drei Rufe Maria, der Makellosen

1. Düren, 8. Juni 2000

Am 08.06.2000 betete ich zu Hause vor dem Bild der Gottesmutter von Maria Einsiedeln. Dort hörte ich während des Gebetes plötzlich die eine Stimme. Sie klang lieblich, sanft und leise. Sie sprach zu mir wie folgt:

„Liebe Kinder, ich grüße und segne euch im Namen meines geliebten göttlichen Sohnes Jesus Christus. Er ist es, der euch Liebe, Heil und Segen spendet. In Seinem Auftrag komme ich zu euch.

Liebe Kinder, versammelt euch gemeinsam zum Gebet. Einen jeden von euch habe ich gerufen. Ruft ihr den Namen meines göttlichen Sohnes an! Werdet lebendige Gebetsperlen meines Rosenkranzes, dies ist mein innigster Wunsch. Werdet mein Rosenkranz. Jede kleinste Perle ist wichtig und gemeinsam sind sie verbunden zu einem wirkungsvollen Gebet. Ich rufe euch, ihr jedoch entscheidet selbst, ob ihr meinem Ruf folgt. Diese freie Entscheidung möchte mein göttlicher Sohn von euch. Aus Liebe sollt ihr euch für Ihn entscheiden.

Werdet mein lebendiger Rosenkranz!“

Überrascht, erstaunt und ein wenig verwirrt notierte Manuela diese Worte auf einem kleinen Notizzettel, den sie zunächst einmal in ihre Nachttischschublade legte. Sie wollte erst darüber nachdenken, was das alles zu bedeuten hatte. Sie musste mit jemandem darüber reden, doch sie scheute sich zugleich. Würden nicht ihre engsten Vertrauten, ihr Mann und ihre Eltern, sie für verrückt erklären? Sie ahnte, wie die Reaktionen lauten würden: „Bleib mal auf dem Boden, vielleicht hörst Du ja nichts mehr“; „Ach komm, wer weiß, was Du gehört hast?“ Tausend Gedanken schossen ihr durch den Kopf. Sie dachte an ihre Familie, an ihren damals gerade dreijährigen Sohn. Sollte sie wirklich dem Aufruf folgen, so würde sie diesen Weg nicht alleine gehen. Ihr Mann müsste ihn mitgehen, ihr Kind würde davon betroffen werden. Heutzutage kann man eine solche Botschaft anonym im Internet veröffentlichen, aber das ging vor 21 Jahren noch nicht. Dem Aufruf zu folgen konnte nur heißen, an die Öffentlichkeit zu gehen und den Schutz der relativen Anonymität, der Unscheinbarkeit, zu verlassen. Ihr Leben würde ein anderes werden. Wie auch immer sie sich entschied, es hätte gravierende Folgen. Sie musste es mit ihrer Verantwortung vor Gott, vor der Kirche und vor ihrer Familie in Einklang bringen.

2. Düren, 3.Juli 2000

Am 03.07.2000 betete ich wieder unter dem Bild der schwarzen Madonna von Maria Einsiedeln. Während des Gebetes empfing ich erneut die Worte der Gottesmutter:

„Nimm deinen Stift und schreibe! Ich grüße und segne euch, meine Kinder. Im Auftrag meines göttlichen Sohnes komme ich zu euch. Ich bin Maria, die Makellose, Maria, die Mutter Gottes.Schau, was ich dir vorbereitet habe. Gehe hin und erfülle meinen innigsten Wunsch, der auch der Wunsch meines göttlichen Sohnes ist. Dies bedeutet Gnade. Gnade für euch, die ihr den Willen Gottes erfüllt. Gnade für die Kirche, das Haus meines göttlichen Sohnes, und Gnade für den Diener meines göttlichen Sohnes, den ich als meinen Sohn in den Priesterstand gerufen habe und weiterhin rufe. Schafft einen göttlichen Tempel in euren Herzen und trefft euch gemeinsam zur Ehre Gottes im Haus meines göttlichen Sohnes. Ich werde bei euch sein und ein jeder wird meine Gegenwart spüren, so ist es Gottes Wille. Meine Kinder, betet, betet, ruft meinen göttlichen Sohn!“

Noch zögerte Manuela. Dann, irgendwann zwischen dem 3. und dem 25 Juli, vernahm sie die Worte:

„Geh in eine Kirche, wo du Meine Statue findest nach der Erscheinung von Fatima. Da bist Du richtig.“

Enttäuscht musste sie feststellen, dass ihre Pfarrkirche, wo sie sich bereits engagierte und über beste Kontakte verfügte, damit ausschied. Es gab dort keine Fatima-Madonna. Als sie verzweifelt um eine Lösung betete, bekam sie eine ihr unbekannte Kirche in einer Vision gezeigt. Kurz darauf sprach sie eine Freundin an, fragte, ob diese von einer Kirche mit einer Fatima-Statue wisse, und bekam den Tipp, es in Sievernich zu versuchen. Dort war tatsächlich 1944/45 in der Pfarrkirche St. Johann Baptist die Gottesmutter vier Menschen, zwei Einheimischen und zwei Zwangsarbeitern, erschienen. Nach dem Krieg, nämlich 1953, hatte der Pfarrer die bisherige Marienstatue durch eine Fatima-Madonna ersetzt. Sie war 1952 durch eine Angehörige des „Rosenkranz-Sühnekreuzzugs um den Frieden in der Welt“ in Fatima erworben und zunächst in der Disternicher Pfarrkirche aufgestellt worden. Wegen Meinungsverschiedenheiten mit dem Diesternicher Pfarrer wurde sie von der Eigentümerin nach einigen Wochen erst zu sich nachhause geholt, dann, auf Bitten des damaligen Sievernicher Pfarrers Josef Trimborn, an diesen verkauft.  Als Manuela in Sievernich ankam, erkannt sie sofort die Kirche aus ihrer Vision. „Als ich dann dort die Fatima-Statue sah, wurde mir ganz warm“, erklärte sie mir. Sie vereinbarte einen Termin mit dem Ortspfarrer Heribert Kleemann, der von ihrem Anliegen ganz angetan war. „Dann kommen sie mal beten!“, lud er sie ein. 

3. Düren, 25. Juli 2000

Während des Gebetes am Dienstag, dem 25.7.2000, empfing ich um ca. 20.45 Uhr wieder die Worte der Gottesmutter unter dem Bild der schwarzen Madonna von Einsiedeln. Die Gottesmutter sprach zu mir:

„Ich grüße und segne euch, meine Kinder. Ich bin Maria, die Makellose, Maria, die Mutter Gottes. Im Auftrag meines lieben göttlichen Sohnes komme ich zu euch. Mein Wille ist der Wille meines lieben Sohnes Jesus Christus, Gottes Sohn.

Hört, meine Kinder: Verliert nunmehr keine irdische Zeit. Zögert nicht. Führt den Willen meines Sohnes aus, so wird Er euch Sein Heil, die einzig wahre Gnade, die heilbringende und segenspendende Gnade Gottes zuteilwerden lassen. Meine Kinder, ich spreche zu euch als Mutter. Geht in das Haus meines lieben Sohnes und bittet dort in Demut. Ich werde bei euch sein. Ich werde euch in mein Herz eintauchen lassen, so dass eure Seelen gestärkt und geschmückt werden von der Liebe Gottes allein. Seid bereit, so rufe ich euch, seid bereit!“

Jetzt war Manuela klar, dass sie handeln musste. Über Mundpropaganda lud sie zum Rosenkranzgebet ein. Ihr war eingegeben worden, ihre Gruppe „Blaue Gebetsoase“ zu nennen und sie jeweils am ersten Montag eines Monats zusammenkommen zu lassen.

Der Name, den ihr die Gottesmutter diktiert hatte, berührte. „Unter Oase versteht man bekanntlich ein Wasseraufkommen in einem Trockengebiet, in einer Wüste. Sie bietet in einer feindlichen Umwelt die Möglichkeit, zu leben“, kommentierte der große katholische Publizist Alfons Sarrach ihn, „eine Gebetsoase will also in einer geistig ausgetrockneten Welt, in einer dem spirituellen Leben (gegenüber) unfreundlich eingestellten Zivilisation, den Menschen einen Zufluchtsort für die Seele liefern, die Möglichkeit, sich ewigen Werten zuzuwenden, ohne sich dem Unverständnis der Umwelt auszuliefern. Da Blau die Farbe der Madonna ist, heißt das, dass diese Oasen den Geist jener Frau zu atmen sich bemühen, die einmal in tiefster Einsamkeit eine für alle Menschen schwerwiegende Entscheidung gefällt hat mit ihrem Ja zum Willen Gottes und dieser Entscheidung treu geblieben ist – bis unter dem Kreuze. Blau ist Symbol für Treue. Das war sie, als blutjunges Mädchen und als reife, vom Leiden tief gezeichnete Frau. Marianisch heißt, in einer Gott abgewandten Welt, nicht nur ganz auf Gott ausgerichtet zu sein, sondern in vollem Vertrauen auf seine Vorsehung zu leben.“ Obwohl sie auf die himmlische Unterstützung vertraute, war Manuela doch erstaunt, dass bald dutzende Gläubige ihrem Aufruf gefolgt und in die Pfarrkirche von Sievernich gekommen waren. Dabei hatte sie nur im engsten Kreis von ihren Offenbarungen gesprochen, konnte niemand damit rechnen, selbst die Seherin nicht, dass hier die Gottesmutter erscheinen würde. Auch Pfarrer Kleemann war überrascht; gewöhnlich waren nur vier oder fünf alte Mütterchen aus dem Dorf zum Rosenkranzgebet gekommen. Bald begriff er, dass hier der Himmel selbst am Werk war und wurde der glühendste Unterstützer der Seherin und ihrer Mission. Und dann geschah das Unglaubliche: Maria selbst, die sich „die Makellose“ nannte, erschien in der Pfarrkirche von Sievernich!

13 Jahre lang, von 2005-2018 schwieg der Himmel in Sievernich, die Gebetstreffen gingen in dieser Zeit weiter.

Es ist sicher kein Zufall, dass inmitten der größten Krise, der die Kirche in Deutschland seit den Tagen der Reformation ausgesetzt ist, zeitgleich der Himmel das Wort ergreift und ganz offensichtlich in Sievernich zu uns spricht. Die Worte des Jesuskindes in diesen Tagen jedenfalls sind prophetisch…

Seit dem 25. November 2018 erscheint der Herr in Gestalt des Prager Jesuskindes als König der Barmherzigkeit.“

Neben dem Heiligen Erzengel Michael und der Hl. Jeanne D´Arc erscheinen der Hl. P.Pio und der Hl. Charbel regelmäßig in Sievernich. Wie schon seit Beginn an, kommt es immer wieder zu Erscheinungen verschiedener Heiliger. Ebenso schenken Musikengel Lieder, die von dem Kirchenmusiker Robert K. in Noten gesetzt werden.

(angepasster Wortlaut aus dem Buch: “ König der Barmherzigkeit, mit freundlicher Genehmigung von Dr.hc.Michael Hesemann)


Natürlich ist bei Privatoffenbarungen immer eine gewisse Skepsis angebracht. […]Sievernich kann erst von der Kirche anerkannt werden, wenn die Erscheinungen zu einem Abschluss gekommen sind. Auch dann wären die Botschaften keine verpflichtenden Glaubensinhalte, sondern allenfalls Denk- und Handlungsanstöße für die Gläubigen.

Die Veröffentlichung auf dieser Seite kann, darf und will ein kirchliches Urteil nicht vorwegnehmen. Es dokumentiert lediglich die Ereignisse von Sievernich seit dem Jahr 2000, ohne sie werten zu können und zu wollen. Wenn trotzdem die Begriffe „Erscheinung“ und „Botschaft“ benutzt werden, dann allein im phänomenologischen Sinn. Aus sprachlichen Gründen verzichten wir dennoch darauf, jedes Mal von einer „angeblichen“ Erscheinung oder „vorgeblichen Botschaft“ zu sprechen. Gerade deshalb aber möchten wir an dieser Stelle noch einmal betonen, dass nur die Kirche das letzte Wort in der Bewertung dieser Ereignisse hat. Nur sie kann entscheiden, ob tatsächlich die Gottesmutter oder das Jesuskind in Sievernich erschienen.

(angepasster Wortlaut aus dem Buch: “ König der Barmherzigkeit, mit freundlicher Genehmigung von Dr.hc.Michael Hesemann)